Sterbeerfahrung

Erfahrungen von Menschen, die bereits in das Neue Leben hinübergegangen sind und wieder auf die Erde zurückkamen.

Ich hatte eine Sterbeerfahrung, besser gesagt Lebenserfahrung – die Geburt neuen Lebens – konnte hineinfühlen in den Himmel.

Ich wurde zu spät mit einem Blinddarmdurchbruch ins Spital geliefert.
Vor Schmerzen wurde ich ohnmächtig. Für die andern war ich bewußtlos, ich habe aber alles mitbekommen, was um mich herum geschehen ist. Ich bekam eine riesige Sehnsucht zu beichten. Das Sakrament der Eucharistie hat eine Kostbarkeit in sich, die wir überhaupt nicht schätzen.

Ab diesem Zeitpunkt war mir mein persönliches Leiden völlig egal.
Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht mein Leben vorher und nachher.

Es sind heilige Momente mit der Ewigkeit in Berührung zu kommen. Zum Teil ist es überhaupt nicht beschreibbar und mit nichts hier auf der Erde vergleichbar, so überwältigend schön ist es.

Zuerst habe ich die Traurigkeit der Familie bemerkt, das hat mich sehr belastet. Ich hätte mich gerne von meinen Geschwistern verabschiedet. Es wäre für mich leichter gewesen, wenn sie eine Hoffnung und Freude gehabt hätten.

In unserer Kultur gehen viele Dinge nicht zusammen, z.B. Leiden und Freude.
Die größte Freude hat Jesus am Kreuz erlebt, weil er sein Lebenswerk vollendet hat.

Ich habe eine riesige Sehnsucht bekommen, mich mit allen zu versöhnen. Schwerer war es, alle zu bitten, daß sie mir vergeben. Am schwersten war die Ungewißheit, ob sie mir vergeben. Ich spürte, wie um mich alles finster wurde – eine totale Verlassenheit – wo nichts existiert. Ich sehe plötzlich einen Film – Es geht um mein Leben! Ich bin der Hauptdarsteller. Ich durchlebe Teile meines Lebens noch einmal, wo ich Fehler gemacht habe. Ich habe mit vier Jahren meine Schwester sekkiert. Eine Stimme sagt „Es war nicht in Ordnung“.

Es hat sich zugespitzt auf 2 Antworten:
1) Wenn es nicht in Ordnung war, gebührt mir eine Strafe.
2) Es war einfach nicht in Ordnung, ich muß es zugeben.
Es haben um mich gekämpft die bösen und die guten Mächte.
Der Kampf hat Monate gedauert.
Es war viel schlimmer als die ärgsten Schmerzen.
Ich kann nicht sagen, wer mir aller geholfen hat.
Ich habe viel Hilfe bekommen.
Ich habe die Fehler gestanden, damit war es vorbei.

Ich habe ein neues Gottesbild bekommen: Gott verurteilt uns nicht. Wir verurteilen uns selbst. Es kann nur Gott etwas gut machen, was wir falsch gemacht haben, nicht wir selbst. Durch unsere eigene Stärke können wir nichts gut machen. Mut zur Demut, sich etwas schenken zu lassen ist wesentlich.

Es gab in meinem Leben furchtbare Patzer, die aber nicht vorgekommen sind in meinem Lebensfilm.
Der Unterschied war: Ich hatte sie zutiefst bereut und gebeichtet.
Wir sollten den Mut bekommen, zu sagen wie kostbar diese Sakramente sind!

Dann war wieder Finsternis und dann kam ein Lichtpunkt.
Ich bekam eine unheimliche Sehnsucht danach.
Ich kam zur Überzeugung, dort bin ich zuhause.
Ich bin nicht alleine unterwegs. Es sind viele mit mir unterwegs.

Höre ich auf, zu existieren?
Nein, ich bin noch immer ich, ich kann Entscheidungen treffen.
Ich habe Anteil am gesamten universellen Wissen.
Die Zeit hat eine andere Bedeutung.
Ich bin frei von Raum und Zeit, kann zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort sein.

An vieles erinnere ich mich nicht mehr. Es gab sicher noch viel mehr, was ich erlebt habe.

Ich hatte einen Autounfall und konnte ihn so oft wiederholen, wie ich wollte. Aber ich konnte nichts ändern. Wenn wer sensibel ist, kann er vieles bewirken. Das Licht war unheimlich schön. Für unsere Ohren klingt das alles so widersprüchlich. Alles ist gleichwertig und gleichzeitig: z.B. totale Stille und herrliche Musik.

Es war plötzlich eine Stimme da: „Josef, kehre in deinen Körper zurück!“
Ich wollte das überhaupt nicht. Es war so unendlich viel schöner hier.

Ich bin zurückgekehrt, bin in meinen Körper zurückgekommen.
Eine Katastrophe!
Das ganze Leid war wieder völlig da.
Ich mußte mich bemerkbar machen.
Es war für mich ohne Bedeutung, wo ich begraben werde.
Ich kann nicht sprechen. Wie kann ich mich bemerkbar machen? Ich probiere alles aus. Schließlich bemerke ich: Ich kann meine große Zehe bewegen!
Für die Menschen um mich herum, war die Administration das wichtigste.

Wie war das Leben danach?
Am Anfang konnte ich mich kaum bewegen. Je besser es mir gegangen ist, desto unzufriedener wurde ich. Ich wollte immer noch mehr können.

Die Berührung meiner Hand durch eine einfühlsame Schwester war etwas ganz großartiges! Ihre Hand war so heilsam! Ich hätte dieses Vertrauen nie mißbrauchen können! Ich glaube, es gibt kein größeres Geschenk, das wir einander tun können, als zu sagen: „Ich vertraue dir!“

Es gibt nichts gößeres als das Wort. Es ist so wesentlich, was wir sagen.

Nach dem Krankenhaus hatte ich eine große Not. Die anderen verstehen mich nicht. Es brauchte eine lange Zeit der Reifung, bis ich dazukam zusagen: Es ist mir egal, ob ich verstanden werde oder nicht. Meine Aufgabe ist nur Zeugnis zu geben, ob ihr das annehmen kann, braucht nicht meine Sorge zu sein. Es ist eure Entscheidung.

Ich hatte eine unwahrscheinlich gute Beziehung zu meiner Mutter. Ich war die wichtigste Bezugsperson für sie, ein Erastz für den verstorbenen Vater. Meine Mutter war oft allein. Diese Beziehung war plötzlich nicht mehr möglich nach meiner Einlieferung ins Spital. Sie ging täglich ins Spital. Sie hat gebetet, daß ich wieder gesund werde. Sie hat mich Got abgebettelt.

Man versucht, sich Stretegien zuzulegen, das war alles Einbildung, versucht, damit fertig zu werden, es zu verdrängen. Ich hatte Visionen, Vorahnungen. Ich konnte Gott nicht verstehen, und bin schließlich aus der Kirche ausgetreten. Aber Gott hat eine große Geduld. Ich habe Alternativen gesucht.

Die Seele ist vollkommen, auch ohne die körperliche Hülle. Man ist trotzdem ganz. Man könnte jede Gestalt annehmen. Ewigkeit ist die Vergegenwärtigung jeder beliebigen Zeit.

Alle Entscheidungen wurden mir präsentiert. Ich mußte mich entscheiden, ob ich bereue oder nicht. Wenn ich sie bereute, kam die nächste. Am Schluß kam der Tunnel und das Licht.

Die Sterbeerfahrung wird immer schöner, wenn die liebsten Menschen dabei sind.

Ich habe die Zeit außerhalb meines Körpers erlebt, wie wenn mehrere Jahre vergangen wären, obwohl es nur einige Stunden waren. Habe andere Situationen erlebt, konnte aber nicht helfen. Man erlebt, daß andere Menschen mehr vom Bösen gesteuert werden. Man hat die große Sehnsucht, anderen Menschen zu helfen, den Himmel zu erleben.
Doch den Himmel kann man sich nur schenken lassen, man kann ihn sich nicht erarbeiten.
Es ist sehr schwer, sich den Himmel einfach schenken zu lassen.

Ich habe andere böse Mächte erlebt.
Der Film kumuliert, die Zeit kumuliert in einem Punkt.

Gott weiß, wie wir uns entscheiden werden.
Alles bleibt gespeichert. Doch mein Gebet wirkt bis in die Vergangenheit.
Ich kann für das Heil früherer Generationen beten.

Jede Entscheidung von uns hat einen großen Einfluß.

Es hat lange gedauert, sich wieder mit dem irdischen Dasein abzufinden.
Kohelet sagte: Die Zeit hat in der Ewigkeit auch einen Platz. Ich habe den Auftrag bestimmte Dinge in die Ewigkeit zu tragen, am Königreich Christi mitzubauen.

Wie ist die Erfahrung von Esoterikern mit diesem Thema?
Es gibt etwas, doch die Kirche ist nicht so wichtig.

Der Verstand schafft es nicht, Gott zu erfassen, allein das Herz.
In der Liebe sind wir vereint mit den anderen.

Wir brauchen uns nicht dauernd quälen zu fragen, was der Wille Gottes ist – wir sind zur Freude berufen! Gott führt uns ja ohnehin, wir brauchen nur zu vertrauen!

Wir sind Kinder des Lichts, weil Christus, dem wir nachfolgen wollen, das Licht ist.

Die Ursünde ist die Erkenntnis. Es gibt Fragen, die für uns nicht zu beantworten sind.

Selbst die gute Tat, die ich vollbringe, wird erst durch Gott gut. Deshalb alles in Gottes Hände legen. Die Qual in dieser Welt ist nichts im Vergleich zur Herrlichkeit Gottes!

Weil wir das alles durchmachen müssen, sind wir für Gott wertvoller als die Engel, die immer bei ihm sind.

Wir können die Vollkommenheit Gottes nicht erfassen.

Gott ist gerecht und barmherzig. Er läßt keine Sünde in den Himmel kommen.
Vollkommene Liebe zwingt niemand in den Himmel. Es liegt an uns, sich zu entscheiden.

Wir werden durch Zeugnis geben heilig. Gott wirkt in uns.